Artane (Trihexyphenidyl)

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Beschreibung

Auf einen Blick: Artane enthÀlt Trihexyphenidyl, ein Anticholinergikum, das bei medikamenteninduziertem Parkinsonismus, extrapyramidalen Symptomen und Morbus Parkinson eingesetzt wird.

Was ist Artane?

Artane ist ein anticholinerges Antiparkinson-Medikament mit dem Wirkstoff Trihexyphenidyl-Hydrochlorid, das seit den 1950er-Jahren in der Neurologie eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Muskarin-Rezeptorantagonisten und wirkt vor allem im Striatum (Teil der Basalganglien), wo es das Gleichgewicht zwischen cholinergem und dopaminergem System beeinflusst. Artane ist besonders wirksam bei medikamenteninduziertem Parkinsonismus und extrapyramidalen Nebenwirkungen (EPS) durch Antipsychotika sowie bei bestimmten Formen der Dystonie.

Bei der Parkinson-Krankheit entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Dopamin (defizitĂ€r durch Untergang dopaminerger Neuronen in der Substantia nigra) und Acetylcholin (relativ erhöht im Striatum). Dopaminersatztherapien (L-Dopa, Dopaminagonisten) sind heute die Erstlinientherapie, aber Anticholinergika wie Trihexyphenidyl können als ErgĂ€nzung, besonders bei Tremor-dominantem Parkinson, eingesetzt werden. Bei jĂŒngeren Parkinsonpatienten (unter 70 Jahren) ohne kognitive EinschrĂ€nkungen ist Trihexyphenidyl eine Option.

Eine besonders wichtige Indikation ist die Behandlung medikamenteninduzierter EPS durch Dopaminantagonisten wie Antipsychotika (Haloperidol, Risperidon), Antiemetika (Metoclopramid) oder Lithium. Akute Dystonien, Akathisie und Drug-induced Parkinsonism sprechen auf Trihexyphenidyl gut an. Das PrĂ€parat ist in Tablettenform (2 mg, 5 mg) und als Elixier verfĂŒgbar.

Wirkstoff und Wirkungsweise

Trihexyphenidyl

Trihexyphenidyl, Summenformel C₂₀H₃₁NO, ist ein tertiĂ€res Amin-Anticholinergikum mit einer Molmasse von 301,47 g/mol. Es hat eine gute ZNS-Penetration aufgrund seiner LipophilitĂ€t. Die Halbwertszeit betrĂ€gt 3,3–4,1 Stunden (Wirkungsdauer 6–12 Stunden). Trihexyphenidyl wird hepatisch metabolisiert und renal ausgeschieden. Die orale BioverfĂŒgbarkeit ist hoch (ca. 100 %).

Wirkungsmechanismus

Trihexyphenidyl blockiert kompetitiv muskarinische Acetylcholinrezeptoren (M1, M2, M3) im zentralen und peripheren Nervensystem. Im Striatum hemmt es die cholinerge ÜberaktivitĂ€t, die beim dopaminergen Defizit der Parkinson-Krankheit entsteht. Durch Wiederherstellen des Dopamin-Acetylcholin-Gleichgewichts werden Tremor, Rigor und extrapyramidale Symptome gelindert. Periphere anticholinerge Effekte (Mundtrockenheit, Mydriasis, Harnverhalt) sind als Nebenwirkungen zu werten.

Anwendungsgebiete

Medikamenteninduzierter Parkinsonismus (EPS durch Antipsychotika), akute Dystonien, idiopathische Parkinson-Krankheit (ErgÀnzung, besonders bei Tremor), sekundÀrer Parkinsonismus, generalisierte und fokale Dystonien.

Dosierung

Darreichungsform Dosierung
Tablette 2 mg Startdosis: 1–2 mg tĂ€glich, schrittweise steigern
Tablette 5 mg Erhaltungsdosis: 6–10 mg tĂ€glich in 3 Einzeldosen
Maximaldosis 15 mg tÀglich (Dystonien: bis 40 mg möglich)

Einschleichende Dosierung ĂŒber mehrere Wochen, um Nebenwirkungen zu minimieren. Einnahme zu den Mahlzeiten, um gastrointestinale Beschwerden zu reduzieren. Nie abrupt absetzen (Rebound-Effekt). Nicht bei Demenz oder kognitiven EinschrĂ€nkungen.

Handelsnamen

Handelsname Hersteller/Region
Artane Pfizer/Wyeth, weltweit
Cyclodol Pfizer, Deutschland (historisch)
Trihexyphenidyl-neuraxpharm Neuraxpharm, Deutschland
Benzhexol Generikum, UK/Indien
Parkopan Desitin Pharma, Deutschland

Nebenwirkungen

HĂ€ufig: Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation, verschwommenes Sehen (Akkommodationsstörungen), Tachykardie, Schwitzen, GedĂ€chtnisbeeintrĂ€chtigung. Bei höheren Dosen: Verwirrtheit, Halluzinationen, Euphorie (Missbrauchspotenzial), Delir (besonders bei Ă€lteren Patienten), Hyperthermie. Anticholinerge Toxidrom bei Überdosierung: Mydriasis, Tachykardie, Hautrötung, Ileus, Agitation.

Warnhinweise und Wechselwirkungen

Kontraindiziert bei Engwinkelglaukom, Harnverhalt, Tachyarrhythmien, tardiver Dyskinesie (kann sich verschlechtern), Demenz und bei Kindern unter 3 Jahren. Nicht bei Àlteren Patienten (kognitive Risiken). Additive anticholinerge Effekte mit TCAs, Antihistaminika, anderen Anticholinergika. Bei Kombination mit Levodopa Dosisanpassung beider Substanzen möglich.

Artane ohne Rezept online bestellen

Artane ist verschreibungspflichtig. EU-lizenzierte Telemedizin-Plattformen wie DokterOnline und DoktorABC ermöglichen eine Ă€rztliche Online-Konsultation fĂŒr Patienten mit neurologischen Beschwerden wie EPS oder Parkinson-Symptomen. Der Fragebogen erfasst Ihre Symptome, aktuelle Medikation (insbesondere Antipsychotika) und neurologische Vorgeschichte.

Ein zugelassener EU-Arzt prĂŒft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein digitales Rezept aus, das an eine EU-lizenzierte Apotheke ĂŒbermittelt wird. Artane wird diskret geliefert. Aufgrund der neuropsychiatrischen Risiken ist eine enge Ă€rztliche Begleitung bei dieser Therapie unbedingt empfohlen.

Telemedizin-Plattformen stehen bei Artane fĂŒr eine ergĂ€nzende Beratung bereit, betonen aber klar, dass regelmĂ€ĂŸige VerlaufsgesprĂ€che mit einem Neurologen oder Psychiater wichtig sind, um anticholinerge Nebenwirkungen frĂŒhzeitig zu erkennen und gegebenenfalls die Dosis anzupassen.

Fazit

Artane (Trihexyphenidyl) ist ein bewĂ€hrtes Anticholinergikum, das bei EPS und Tremor-dominantem Parkinsonismus wirksam ist. Sein einzigartiger Wirkmechanismus ĂŒber striĂ€re muskarinische Rezeptoren ergĂ€nzt die dopaminerge Therapie sinnvoll. Telemedizin-Plattformen ermöglichen einen legalen Zugang nach Ă€rztlicher PrĂŒfung. Aufgrund des kognitiven Risikoprofils ist es bei Ă€lteren Patienten mit Vorsicht einzusetzen. Artane bleibt ein wichtiges Medikament in der neurologisch-psychiatrischen Therapie.

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