Motilium (Domperidone)
77,00 €
Beschreibung
Wirkstoff: Domperidon | Klasse: Dopamin-D2-Rezeptorantagonist, Prokinetikum | Indikation: Übelkeit, Erbrechen, Gastroparese, Magenentleerungsstörungen | Wirkdauer: 6–8 Stunden
Was ist Motilium (Domperidone)?
Motilium ist ein prokinetisches Antiemetikum mit dem Wirkstoff Domperidon. Es wurde von Janssen Pharmaceutica entwickelt und ist in den meisten europäischen Ländern, Kanada und vielen anderen Ländern zugelassen – in den USA jedoch nicht (dort ist Metoclopramid das Pendant). Domperidon wirkt als Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonist und verbessert die Magenentleerung, reduziert Übelkeit und Erbrechen bei gleichzeitig günstigem Nebenwirkungsprofil gegenüber Metoclopramid.
Der wesentliche Vorteil von Domperidon im Vergleich zu Metoclopramid liegt in seiner schlechten Blut-Hirn-Schranken-Penetration. Da Domperidon kaum ins zentrale Nervensystem eindringt, verursacht es deutlich weniger zentralnervöse Nebenwirkungen wie Somnolenz, extrapyramidale Symptome und tardive Dyskinesien. Diese Eigenschaft macht Motilium besonders attraktiv für die Behandlung von Übelkeit und Gastroparese bei Parkinson-Patienten, bei denen Metoclopramid die Dopaminblockade im ZNS verstärken würde.
Eine besondere Rolle spielt Domperidon in der Stillmedizin: Es stimuliert die Prolaktinfreisetzung aus der Hypophyse und erhöht damit die Milchproduktion. Bei Stilproblemen oder unzureichender Milchmenge wird Domperidon von einigen Experten off-label zur Galaktagogum-Therapie empfohlen – obwohl die Evidenz für diese Indikation begrenzt ist und die Verschreibung wegen kardialer Risiken kritisch diskutiert wird.
Wirkstoff und Wirkungsweise
Wirkstoff: Domperidon
Domperidon ist ein Benzimidazolderivat mit einer oralen Bioverfügbarkeit von nur 15 % durch ausgeprägten First-Pass-Effekt. Der maximale Plasmaspiegel wird nach 0,5–1 Stunde erreicht; die Halbwertszeit beträgt 7–9 Stunden. Domperidon ist ein P-Glykoprotein-Substrat und wird durch CYP3A4 metabolisiert. Es penetriert die Blut-Hirn-Schranke nur in sehr geringem Maße (lipophob, P-gp-Substrat). Die Ausscheidung ist überwiegend fäkal (66 %) und renal (31 %).
Periphere Dopaminblockade und Prokinese
Domperidon blockiert periphere Dopamin-D2-Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt und in der Chemorezeptor-Triggerzone (Area postrema), einem Gehirnbereich außerhalb der Blut-Hirn-Schranke. Im Gastrointestinaltrakt führt die D2-Blockade zu einer Verstärkung der koordinierten Peristaltik, Beschleunigung der Magenentleerung und Erhöhung des Drucks am gastroösophagealen Sphinkter. In der Area postrema wird die dopaminerge Aktivierung des Brechzentrums gehemmt. Das Resultat ist eine Reduktion von Übelkeit und Erbrechen sowie eine verbesserte Magenentleerung – ohne relevante ZNS-Aktivität.
Anwendungsgebiete
Motilium ist indiziert bei Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursachen (Reisekrankheit, Arzneimittelnebenwirkungen, funktionelle Dyspepsie), Gastroparese (z. B. bei Diabetes mellitus), Magenentleerungsverzögerung, gastroösophagealem Reflux sowie als Begleitmedikation zu Dopaminagonisten (Levodopa, Bromocriptin) bei Parkinson zur Reduktion der gastrointestinalen Nebenwirkungen. Off-label als Galaktagogum (Milchproduktionssteigerung beim Stillen).
Dosierung
| Indikation | Dosis | Frequenz | Maximale Therapiedauer |
|---|---|---|---|
| Übelkeit/Erbrechen Erwachsene | 10 mg | 3×/Tag vor Mahlzeiten | 7–14 Tage (max.) |
| Gastroparese | 10 mg | 3–4×/Tag | 4 Wochen |
| Kinder (>12 Jahre, >35 kg) | 10 mg | 3×/Tag | 7–14 Tage |
Domperidon sollte 15–30 Minuten vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Die EMA hat 2014 die Maximaldosis auf 10 mg 3× täglich begrenzt und eine kurze Therapiedauer empfohlen, nachdem eine Risikoerhöhung für kardiale Arrhythmien bei höheren Dosen und Langzeitanwendung bekannt wurde.
Handelsnamen
| Handelsname | Land | Form |
|---|---|---|
| Motilium | Europa, Kanada, Asien | Tabletten, Suspension, Suppositorien |
| Domperidon-ratiopharm | Deutschland | Generikum |
| Domperidon Stada | Deutschland | Generikum |
| Gastretard | Deutschland | Tabletten |
| Doperidon | Ă–sterreich | Tabletten |
| Motilium lingual | Deutschland | Schmelztabletten |
Motilium ist in Deutschland in Tabletten-, Suspensions- und Schmelztablettenform erhältlich. Die Schmelztabletten (Motilium lingual) bieten eine komfortable Einnahme ohne Wasser. Seit 2014 ist die Verfügbarkeit in Deutschland auf Rezeptpflicht umgestellt worden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Domperidon ist insgesamt gut verträglich, da kaum ZNS-Wirkungen auftreten. Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und gelegentlich abdominelle Krämpfe werden berichtet. Durch die Prolaktinstimulation kann es zur Brustspannungen, Galaktorrhoe und Menstruationsstörungen bei Frauen kommen. Gynäkomastie bei Männern ist möglich. Libidoverlust bei beiden Geschlechtern durch erhöhte Prolaktinspiegel.
Seltene und schwerwiegende Nebenwirkungen
QT-Zeitverlängerung und kardiale Arrhythmien (Torsades de pointes) sind das schwerwiegendste Risiko, das zu den EMA-Dosisbeschränkungen 2014 geführt hat. Das Risiko ist bei Hochdosistherapie, Langzeitanwendung und bei Patienten über 60 Jahre erhöht. Extrapyramidale Symptome sind deutlich seltener als bei Metoclopramid, aber möglich.
Warnhinweise und Wechselwirkungen
Starke CYP3A4-Inhibitoren (Azol-Antimykotika, HIV-Proteaseinhibitoren, Makrolid-Antibiotika wie Clarithromycin) sind kontraindiziert, da sie den Domperidon-Spiegel erheblich erhöhen und das QT-Risiko verstärken. QT-verlängernde Substanzen (Antiarrhythmika, Fluorchinolone, Antipsychotika) sind ebenfalls zu meiden. Anticholinergika können die prokinetische Wirkung antagonisieren. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist Domperidon kontraindiziert. Prolaktinstimulation kann hormonabhängige Tumoren beeinflussen.
Motilium online bestellen
Domperidon kann über telemedizinische Plattformen wie DokterOnline und DoktorABC nach Online-Konsultation rezeptfrei – ohne physischen Arztbesuch – bestellt werden. Patienten mit Gastroparese, chronischer Übelkeit oder Parkinson-assoziierten Magenentleerungsproblemen können über diesen Weg ihre bewährte Therapie unkompliziert fortführen. Ein EU-lizenzierter Arzt prüft die Angaben digital und stellt bei medizinischer Eignung ein Rezept aus; die EU-Apotheke liefert Motilium oder ein generisches Domperidon-Präparat diskret nach Hause.
Fazit
Motilium (Domperidon) ist ein wirksames Prokinetikum und Antiemetikum mit dem entscheidenden Vorteil geringer ZNS-Penetration, was es besonders sicher im Vergleich zu Metoclopramid macht. Das kardiale QT-Risiko erfordert Dosisbegrenzung und Vermeidung von CYP3A4-Hemmern. Bei Parkinson-Patienten ist es das Mittel der Wahl zur Kontrolle dopaminagonist-induzierter Übelkeit. Über Telemedizin-Plattformen ist der Zugang heute ohne klassischen Arzttermin möglich.





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