Cephalexin
97,00 €
Beschreibung
Cephalexin ist ein orales Cephalosporin-Antibiotikum der ersten Generation mit breitem Wirkspektrum gegen grampositive Bakterien. Es wird häufig bei Harnwegsinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen sowie bestimmten Atemwegsinfektionen eingesetzt und ist als kostengünstiges Generikum weit verbreitet.
Pharmakologische Einordnung
Cephalexin (auch Cefalexin) gehört zu den Beta-Lactam-Antibiotika und ist ein Vertreter der Cephalosporine der ersten Generation. Cephalosporine sind strukturell eng verwandt mit Penicillinen und teilen denselben Wirkungsmechanismus. Die erste Generation der Cephalosporine, zu der Cephalexin gehört, zeichnet sich durch eine gute Wirksamkeit gegen grampositive Erreger (besonders Staphylokokken und Streptokokken) aus, während gramnegativen Bakterien gegenüber eine moderate Aktivität besteht.
Cephalexin wurde in den 1960er Jahren entwickelt und war eines der ersten oral verfügbaren Cephalosporine überhaupt. Unter Handelsnamen wie Keflex (USA) und als Generikum ist es weltweit erhältlich und gehört zu den am häufigsten verordneten Antibiotika.
Wirkungsmechanismus
Wie alle Beta-Lactam-Antibiotika hemmt Cephalexin die bakterielle Zellwandsynthese. Es bindet an Penicillin-Bindungsproteine (PBPs) in der Bakterienzellwand – Enzyme, die für die Quervernetzung von Peptidoglykanketten verantwortlich sind. Ohne funktionierende Zellwand können Bakterien den osmotischen Druck nicht standhalten und lysieren. Dieser Wirkmechanismus macht Cephalexin bakterizid (abbtötend, nicht nur hemmend). Gegen ruhende Bakterien ist die Wirkung jedoch gering, da nur wachsende Bakterien neue Zellwandkomponenten synthetisieren.
Wirkspektrum
| Erregergruppe | Wirksamkeit | Beispielerreger |
|---|---|---|
| Grampositive Kokken | Sehr gut | Staph. aureus (MSSA), Streptokokken |
| Gramnegative Stäbchen | Moderat | E. coli, Klebsiella, Proteus |
| MRSA | Keine Wirkung | Methicillin-resistente Staphylokokken |
| Anaerobe Bakterien | Schwach | Bacteroides fragilis |
| Atypische Erreger | Keine Wirkung | Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen |
Indikationen
- Harnwegsinfektionen (unkompliziert): Besonders bei Frauen – wirksam gegen E. coli und Klebsiella
- Haut- und Weichteilinfektionen: Zellulitis, Erysipel, infizierte Wunden durch Staphylokokken/Streptokokken
- Obere Atemwegsinfektionen: Streptokokken-Angina (Tonsillopharyngitis) als Alternative zu Amoxicillin
- Osteomyelitis (unkompliziert): Orale Folgetherapie nach initialer i.v.-Behandlung
- Endokarditis-Prophylaxe: Zahnarztliche Eingriffe bei Hochrisikopatienten als Penicillin-Alternative
Dosierung
Die übliche Erwachsenendosis beträgt 250–500 mg alle 6 Stunden oder 500 mg–1 g alle 12 Stunden. Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ist oft eine 7-tägige Therapie ausreichend; bei Haut- und Weichteilinfektionen 7–14 Tage. Bei Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Cephalexin kann mit oder ohne Mahlzeiten eingenommen werden, wobei die Einnahme zum Essen Magenbeschwerden reduzieren kann. Bei Einnahme zum Essen ist die Resorption nicht wesentlich beeinträchtigt.
Kreuzallergie mit Penicillin
Lange Zeit wurde angenommen, dass eine Penicillin-Allergie eine Kontraindikation für Cephalosporine darstellt (Kreuzallergie). Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass die echte Kreuzallergierate zwischen Penicillinen und Cephalosporinen nur bei 1–2 % liegt – deutlich niedriger als früher angenommen (historisch wurden 10 % angegeben). Bei Patienten mit leichter, nicht schwerwiegender Penicillin-Allergie (z. B. nur Hautausschlag, kein Angioödem oder Anaphylaxie) können Cephalosporine oft sicher eingesetzt werden. Bei schwerem Penicillin-Anaphylaxie ist jedoch Vorsicht angebracht.
Nebenwirkungen
- Gastrointestinal: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen – häufigste Nebenwirkungen; durch Einnahme zum Essen meist vermeidbar
- Allergische Reaktionen: Hautausschlag, Urtikaria (selten), anaphylaktische Reaktionen (sehr selten)
- Candida-Superinfektionen: Durch Störung der normalen Mikrobiota kann es zu Pilzinfektionen (oral, vaginal) kommen
- Antibiotika-assoziierte Diarrhoe: Bis hin zur C.-difficile-Kolitis (selten bei Cephalexin)
- Nierenwerte: Leichte, reversible Erhöhung der Kreatininwerte möglich
Resistenzlage
Resistenzen gegen Cephalexin entstehen hauptsächlich durch Produktion von Beta-Lactamasen – Enzymen, die den Beta-Lactam-Ring des Antibiotikums spalten und es inaktivieren. MRSA (Methicillin-resistente Staphylokokken) und ESBL-bildende Enterobacteriaceae (z. B. E. coli mit erweitertem Beta-Lactamase-Spektrum) sind gegen Cephalexin resistent. Vor Beginn einer Antibiotikatherapie sollte bei schweren Infektionen ein Abstrich und Antibiogramm erfolgen, um Resistenzen auszuschließen.
Cephalexin in der Schwangerschaft und Stillzeit
Cephalexin gilt als eines der sichersten Antibiotika in der Schwangerschaft (Kategorie B nach FDA-Klassifikation). Es wird bei Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft häufig eingesetzt. In der Stillzeit geht es in geringen Mengen in die Muttermilch über; beim gestillten Kind können gelegentlich Durchfall oder Hautausschlag auftreten, schwerwiegende Nebenwirkungen sind jedoch nicht bekannt.
Cephalosporin-Generationen im Vergleich
Cephalexin gehört zur ersten Generation der Cephalosporine. Mit jeder Generationsfolge verschiebt sich das Wirkspektrum typischerweise von grampositiv zu gramnegativen Erregern, während gleichzeitig die Stabilität gegenüber Beta-Laktamasen zunimmt. Erste Generation (Cephalexin, Cefazolin): gut gegen grampositive Erreger, begrenzt gramnegativ. Zweite Generation (Cefuroxim): erweitertes gramnegatives Spektrum. Dritte Generation (Ceftriaxon, Cefotaxim): breites gramnegatives Spektrum, gut gegen Meningitiserreger. Vierte Generation (Cefepim): auch gegen Pseudomonas wirksam. Für die meisten ambulanten Infektionen, die grampositive Erreger betreffen (Hautinfektionen, unkomplizierte Harnwegsinfekte), ist Cephalexin der ersten Generation vollkommen ausreichend und günstiger.
Cephalexin bei Tierbissen
Tierbisse (Hund, Katze) erfordern häufig eine Antibiotikaprophylaxe oder -therapie. Bei Hundebissen sind die typischen Erreger Pasteurella multocida, Streptokokken, Staphylokokken und Anaerobier. Cephalexin deckt einen Teil dieses Spektrums ab, ist aber gegen Pasteurella schwächer wirksam als Amoxicillin/Clavulansäure, das daher bei Tierbissen bevorzugt wird. Bei Patienten mit Penicillin-Allergie kann Cephalexin in Kombination mit Metronidazol (gegen Anaerobier) eine Alternative sein.
Cephalexin und Sport – Sportmedizinische Aspekte
Sportler sind anfälliger für bestimmte bakterielle Hautinfektionen – insbesondere Staph.-aureus-Infektionen, die sich durch Körperkontakt (Ringen, Kampfsport) oder gemeinsame Umkleiden und Duschen übertragen. Cephalexin ist ein Standard-Antibiotikum zur Behandlung dieser MSSA-Hautinfektionen und wird in der Sportmedizin häufig eingesetzt. Wichtig: Cephalexin wirkt nicht gegen MRSA, das in bestimmten Sportkontakten zunehmend verbreitet ist. Bei Verdacht auf MRSA andere Optionen (Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Doxycyclin) in Betracht ziehen.





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