Addyi (Flibanserin)
285,00 €
Beschreibung
Addyi ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Flibanserin, das speziell zur Behandlung der Hypoaktiven Sexuellen Luststörung (Hypoactive Sexual Desire Disorder, HSDD) bei prämenopausalen Frauen entwickelt wurde. Es ist das erste und bislang einzige FDA-zugelassene orale Medikament fĂĽr diese Indikation und wird manchmal als „weibliches Viagra“ bezeichnet – obwohl es einen völlig anderen Wirkmechanismus hat und ein tägliches Dauertherapeutikum ist, kein Bedarfsmittel.
Was ist Hypoaktive Sexuelle Luststörung (HSDD)?
Die HSDD (Hypoactive Sexual Desire Disorder) ist die häufigste Form der weiblichen sexuellen Dysfunktion. Sie ist definiert als dauerhaft oder wiederkehrend verminderte oder fehlende sexuelle Gedanken und das Verlangen nach sexueller Aktivität, verbunden mit persönlichem Leid. HSDD ist keine Frage des Lebensalters oder der Partnerschaft, sondern eine neurologisch-psychologische Erkrankung, die auf Dysbalancen im zentralnervösen Neurotransmittersystem beruht.
Schätzungsweise 10% der Frauen in Deutschland sind von HSDD betroffen – doch nur ein Bruchteil erhält eine adäquate Diagnose und Behandlung. Viele Betroffene schämen sich, das Problem anzusprechen, oder werden von Ärzten nicht ausreichend ernst genommen. Dabei kann HSDD zu erheblichem psychischen Leid, Beziehungsproblemen und verminderter Lebensqualität führen.
Wirkmechanismus von Flibanserin
Flibanserin ist weder ein Hormon noch ein PDE-5-Hemmer – es wirkt auf eine vollkommen andere Weise als alle anderen auf dem Markt befindlichen Präparate zur Behandlung sexueller Dysfunktionen. Als multifunktionaler Serotonin-Agonist/-Antagonist (5-HT1A-Agonist, 5-HT2A-Antagonist) und Dopamin-D4-Agonist beeinflusst es direkt das neuronale Netzwerk im Gehirn, das sexuelles Verlangen reguliert.
Vereinfacht ausgedrückt erhöht Flibanserin den Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex (ein Lustmediator) und den Noradrenalinspiegel, während es Serotonin (einen Libido-Dämpfer in bestimmten Schaltkreisen) reduziert. Das Ergebnis ist eine Verschiebung des neurochemischen Gleichgewichts in Richtung verbesserter sexueller Motivation und sexuellen Verlangens.
| Eigenschaft | Information |
|---|---|
| Wirkstoff | Flibanserin 100 mg |
| Wirkstoffklasse | 5-HT1A-Agonist/5-HT2A-Antagonist |
| Indikation | HSDD bei prämenopausalen Frauen |
| Dosierung | 100 mg einmal täglich vor dem Schlafengehen |
| Wirkungseintritt | Erst nach 4–8 Wochen regelmäßiger Einnahme |
| Anwendungsdauer | Dauertherapie (kein Bedarfsmittel) |
| Rezeptpflicht | Rezeptpflichtig |
Wichtige Einnahmehinweise
Addyi wird ausschließlich abends vor dem Schlafengehen eingenommen. Der Grund: Schwindel und Hypotonie (Blutdruckabfall) gehören zu den wichtigsten Nebenwirkungen, die beim Einschlafen weniger störend sind. Die Therapie erfordert Geduld: Eine messbare Wirkung tritt meist erst nach 4 bis 8 Wochen regelmäßiger Einnahme auf. Wenn nach 8 Wochen keine Verbesserung eingetreten ist, sollte die Therapie mit dem Arzt neu bewertet werden.
Wichtigste Einschränkung: kein Alkohol
Flibanserin interagiert stark mit Alkohol: Die Kombination kann zu schwerer Hypotonie (gefährlichem Blutdruckabfall), Bewusstlosigkeit und Unfallgefahr führen. Frauen, die Addyi einnehmen, müssen vollständig auf Alkohol verzichten – dies ist eine absolute Kontraindikation. Auch CYP2C19-Inhibitoren (z.B. Fluconazol, Omeprazol, Cimetidine) erhöhen die Flibanserin-Spiegel und sind kontraindiziert.
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und trockener Mund. Diese treten besonders zu Beginn der Therapie auf und können sich mit der Zeit verbessern. Hypotonie und Synkopen (Ohnmacht) können auftreten, besonders in Kombination mit Alkohol oder CYP2C19-Inhibitoren. Deswegen sollte die erste Dosis abends, zu Hause und in sicherer Umgebung eingenommen werden.
Addyi ist rezeptpflichtig und in Deutschland nicht offiziell zugelassen (in den USA seit 2015 zugelassen). Als Off-label-Therapie kann ein Rezept im Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen oder Arzt erwirkt werden. Über lizenzierte Online-Plattformen wie DokterOnline oder DoktorABC ist nach ärztlicher Prüfung in vielen Fällen eine Online-Verschreibung möglich.
HSDD – eine echte Erkrankung, keine Schwäche
Hypoaktive Sexuelle Luststörung (HSDD) ist eine anerkannte medizinische Diagnose, keine Frage des Charakters oder Willens. Betroffene Frauen leiden oft erheblich unter ihrer verminderten Libido und dem damit verbundenen Distress in der Partnerschaft. Das Stigma, das weibliche sexuelle Dysfunktionen nach wie vor begleitet, verhindert oft, dass Frauen Hilfe suchen oder offen mit ihrem Arzt darüber sprechen. Dabei ist die Behandlung von HSDD – einschließlich mit Flibanserin (Addyi) – möglich und kann die Lebensqualität erheblich verbessern.
In klinischen Studien reduzierte Flibanserin die Anzahl der „distressing low desire“-Episoden, erhöhte die Anzahl der sexuell befriedigenden Erlebnisse und verbesserte das allgemeine Wohlbefinden der Teilnehmerinnen. Der Effekt war klinisch moderat (durchschnittlich eine zusätzliche befriedigende sexuelle Erfahrung pro Monat), aber fĂĽr viele betroffene Frauen bedeutsam. Wichtig ist die Erwartungsmanagement: Flibanserin ist kein „Lust auf Knopfdruck“-Mittel, sondern verändert ĂĽber Wochen das neurobiologische Gleichgewicht, das sexuelles Verlangen reguliert.
Die Behandlung mit Addyi sollte in einen breiteren therapeutischen Kontext eingebettet sein. Partnerschaftsprobleme, psychologische Belastungen (Depression, Trauma, Stress), medikamentöse Ursachen (z.B. SSRI-Einnahme) und hormonelle Faktoren sollten parallel behandelt werden. Sexualtherapie oder Paartherapie kann die medikamentösen Effekte von Flibanserin synergistisch verstärken und zu nachhaltigeren Verbesserungen führen.





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