Tofranil

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Beschreibung

Auf einen Blick: Tofranil (Imipramin) ist ein trizyklisches Antidepressivum (TCA) mit breitem Wirkspektrum – eingesetzt bei Depression, Enuresis nocturna (Bettnässen) und Panikstörung.

Was ist Tofranil?

Tofranil ist der internationale Handelsname für Imipramin, das erste klinisch eingesetzte trizyklische Antidepressivum (TCA), das 1957 von Roland Kuhn in der Schweiz für Geigy Pharmaceuticals (heute Novartis) entwickelt wurde. Die Entdeckung seiner antidepressiven Wirkung revolutionierte die Psychiatrie und begründete das heutige Verständnis der neurochemischen Grundlagen der Depression. Imipramin war für Jahrzehnte das Standardantidepressivum und bleibt auch heute noch klinisch relevant, obwohl neuere Substanzen (SSRI, SNRI) aufgrund ihres günstigeren Nebenwirkungsprofils häufiger eingesetzt werden.

Imipramin ist ein dibenzazepin-Derivat mit tertiärer Aminstruktur. Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt – ähnlich wie neuere SNRIs – blockiert aber zusätzlich muskarinerge (M1), histaminerge (H1) und α1-adrenerge Rezeptoren, was zu dem für TCAs charakteristischen Nebenwirkungsprofil führt (Anticholinergie, Sedierung, orthostatische Hypotonie). Trotz dieser Nachteile ist Imipramin bei einigen Indikationen anderen Antidepressiva überlegen.

Eine besondere Indikation von Tofranil ist die Behandlung der Enuresis nocturna (Bettnässen) bei Kindern ab 6 Jahren, wo es nach wie vor eingesetzt wird, wenn andere Maßnahmen (Verhaltenstherapie, Desmopressin) unzureichend sind. Tofranil wird heute unter verschiedenen Markennamen von mehreren Herstellern weltweit produziert, u. a. von Novartis.

Wirkstoff und Wirkungsweise

Imipramin

Imipramin (5-(3-Dimethylaminopropyl)-10,11-dihydro-5H-dibenz[b,f]azepin) ist ein lipophiles Molekül mit einem Dibenzazepin-Kerngerüst. Es wird extensiv in der Leber metabolisiert, wobei Desipramin (ein gleichfalls antidepressiv wirksames Metabolit) und Hydroxyimipramin entstehen. Imipramin hat eine Halbwertszeit von 6–18 Stunden, Desipramin von 12–24 Stunden. Die Substanz wirkt auch bei neuropathischen Schmerzen und wird dafür off-label eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Imipramin hemmt die Serotonin- (SERT) und Noradrenalin- (NET) Transporter, erhöht so die synaptische Verfügbarkeit dieser Neurotransmitter und normalisiert die affektive Signalübertragung im limbischen System. Die gleichzeitige Blockade muskarinischer Acetylcholinrezeptoren (M1) erklärt anticholinerge Nebenwirkungen; H1-Blockade erklärt Sedierung und Gewichtszunahme; α1-Blockade erklärt orthostatische Hypotonie. Bei Enuresis wird angenommen, dass die anticholinerge Wirkung die Blasenkapazität erhöht und die Blasensensibilität verbessert.

Anwendungsgebiete

Major Depression (besonders bei schwerer, melancholischer Form), Panikstörung mit Agoraphobie, Enuresis nocturna bei Kindern ab 6 Jahren (wenn andere Maßnahmen versagt haben). Off-label: Neuropathische Schmerzen, ADHS (bei Kontraindikation gegen Stimulanzien), chronische Schlafstörungen (niedrig dosiert).

Dosierung

Darreichungsform Dosierung
Tablette 10 mg (Enuresis Kinder) Abends 10–25 mg (je nach Alter und Gewicht), max. 3 Monate
Tablette 25 mg (Depression) Einschleichend: 3× 25 mg/Tag, bis auf 150–250 mg steigern
Tablette 25 mg (Panik) Initial niedrig (10 mg), langsam auf 75–150 mg steigern

Therapiebeginn mit niedriger Dosis und langsamer Steigerung reduziert Nebenwirkungen. Absetzen stets ausschleichend. Regelmäßige EKG-Kontrollen bei Herzerkrankungen empfohlen (QT-Verlängerung).

Handelsnamen

Handelsname Hersteller/Region
Tofranil Novartis / Weltweit
Imipramin (Generika) Verschiedene / Deutschland, EU
Berkomine Generika / UK
Janimine Generika / USA
Pramine Generika / Australien

Nebenwirkungen

Sehr häufig (anticholinerg): Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt, Akkommodationsstörungen, Tachykardie. Häufig: Sedierung, Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie, sexuelle Dysfunktion, EKG-Veränderungen (QRS-Verbreiterung, QT-Verlängerung). Selten aber ernsthaft: Krampfanfälle, Hepatotoxizität, Agranulozytose, Verwirrtheit (besonders bei älteren Patienten). Toxizität bei Überdosierung: Herzrhythmusstörungen, Koma – niedrigere therapeutische Breite als neuere Antidepressiva.

Warnhinweise und Wechselwirkungen

Kontraindiziert bei: frischem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, schwerer Lebererkrankung, Engwinkelglaukom, Prostatavergrößerung mit Restharn. Nicht mit MAO-Hemmern kombinieren (hypertensive Krise, Serotoninsyndrom). Wechselwirkungen: CYP2D6-Inhibitoren (Fluoxetin, Paroxetin) erhöhen Imipraminspiegel, Alkohol potenziert sedierende Wirkung, Anticholinergika additive Wirkung.

Tofranil ohne Rezept online bestellen

Imipramin (Tofranil) ist in Deutschland und der EU verschreibungspflichtig. Über EU-lizenzierte Telemedizinportale wie DokterOnline oder DoktorABC können Patienten mit dokumentierter Depression oder Angststörung eine Online-Konsultation in Anspruch nehmen. Ein approbierter Arzt bewertet den psychiatrischen Fragebogen und kann bei klarer Indikation ein EU-Rezept ausstellen, auf dessen Basis eine registrierte Versandapotheke das Medikament diskret liefert.

Da trizyklische Antidepressiva aufgrund ihres Nebenwirkungsprofils und ihrer Kardiotoxizität bei Überdosierung eine sorgfältige Anamnese erfordern, werden seriöse Telemediziner Tofranil nur nach eingehender Prüfung verordnen. Patienten mit bekannten Herzerkrankungen sollten dies dem Arzt mitteilen.

Für die Enuresis-Behandlung bei Kindern ist eine pädiatrische Konsultation zu empfehlen, da Imipramin bei Kindern besondere Vorsicht erfordert und zunächst andere Therapieoptionen ausgeschöpft werden sollten.

Fazit

Tofranil (Imipramin) ist ein historisch bedeutsames und klinisch weiterhin relevantes Antidepressivum mit breitem Wirkspektrum. Trotz des ungünstigeren Nebenwirkungsprofils im Vergleich zu neueren Substanzen ist es bei bestimmten Indikationen (schwere melancholische Depression, Panikstörung, Enuresis) nach wie vor wertvoll. Eine sorgfältige ärztliche Einleitung und Überwachung – auch via Telemedizin – ist unerlässlich.

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